Veredelung von Obstbäumen

Obstbäume werden veredelt, um Erträge und die Früchte generell zu verbessern. Hat man z.B. einen hübschen Apfelbaum im Garten stehen, von dem Sie jedoch nur äußerst saure, bittere oder zu wenig Früchte ernten, so kann man durch erfolgreiche "Umveredelung" Abhilfe schaffen. Veredelt werden Bäume von derselben Art. Es wird Ihnen also leider nicht gelingen, Birnen an einem Kirschbaum zu ziehen.

Eine einfache Methode der Veredelung von Obstbäumen ist die sogenannte Kopulation. Hierbei werden zwei Teile zusammengesetzt: Eine Unterlage (Obstbaum), die sehr gute Wuchsqualitäten hat, und ein Edelreis (Trieb), das bessere Früchte hervorbringt. So können die positiven Eigenschaften beider Bäume zu optimalen Resultaten führen, wobei aus dem Edelreis dann eine neue Krone aufgebaut werden soll.

Bei der Unterlage achten Sie möglichst darauf, dass sie an der Stelle, an der veredelt werden soll, mindestens ein bis zwei Knospen besitzt. Das gewünschte Edelreis, das ein 10 bis 20 cm langer, einjähriger Trieb ist, wird von Dezember bis spätestens Anfang Februar entfernt. Er hat zwei bis vier Knospen und mindestens den Durchmesser eines Bleistifts. Auch die Unterlage sollte in etwa dieselbe Stärke haben. Bis zur eigentlichen Veredelung, die idealerweise im März bis April stattfindet, lagern Sie den Trieb möglichst kühl aber frostfrei und dunkel.

Ist es dann soweit, sollten Sie mit folgenden Hilfsmitteln ausgerüstet sein: Ein sehr scharfes Messer, Raffiabast oder Kreppband zum Verbinden und Baumwachs. Nun werden Unterlage und Edelreis mit einem langen, glatten und schrägen Schnitt versehen. Als Orientierung für den Schnitt gilt folgendes: Die Länge des Schnittes soll ca. dreimal so lang sein, wie der Durchmesser von Trieb und Unterlage. Jetzt wird das Edelreis auf die Unterlage gelegt. Versuchen Sie die Schnittstellen so aufeinander anzupassen, dass möglichst 3/4 der Flächen übereinander liegen. Achten Sie hier darauf, dass Sie die Schnittstellen nicht mit den Fingern berühren, damit keine Keime oder Bakterien an diese gelangen und den Baum dann möglicherweise schwächen.

Die Veredlungsstelle wird im letzten Schritt mit Raffiabast oder Kreppband verbunden und danach mit Baumwachs verstrichen. Bestreichen Sie außerdem auch die Spitze des Edelreises zum Schutz. Es besteht sonst die Gefahr, dass es von oben austrocknet. Man kann dem durch etwas Baumwachs ganz einfach vorbeugen. Treibt das Edelreis im nächsten Frühjahr aus, war die Veredelung erfolgreich.

Man muss also etwas Geduld mitbringen, wenn man sich im Veredeln probiert. Seien Sie auch nicht enttäuscht, sollte es nicht geklappt haben. Ausfälle sind ganz normal und sollten Sie nicht entmutigen. Probieren Sie es einfach noch einmal, denn das Ergebnis ist es in jedem Fall wert.

Es gibt übrigens mehrere Veredelungsmethoden. Neben der Kopulation, gibt es außerdem die Okulation, die man z.B. bei Rosen anwendet, die Geißfußveredelung und Pfropfen hinter die Rinde.



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